20.07.2023 | Aktuelles
Difu-Papier zu (ausbleibenden) Verkehrsverlagerungseffekten
Ob durch die Einrichtung einer Fahrradstraße, den Einsatz von modalen Filtern oder die Reduktion der Regelgeschwindigkeit – Maßnahmen, die den örtlichen Verkehr beruhigen, haben eine Vielzahl positiver Effekte auf die Umwelt- und Aufenthaltsqualität in Städten. Schon durch die Einrichtung einer Regelgeschwindigkeit von Tempo 30 kann die Lärmbelastung an besonders lauten Straßen um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Die ausschließliche Freigabe von Wegeverbindungen für den Rad- und Fußverkehr sorgt zusätzlich für den Wegfall örtlicher Feinstaubemissionen, fördert die Sicherheit und Aufenthaltsqualität – und unterstützt den Einzelhandel: nationale und internationale Beispiele zeigen, dass die Reduktion von Pkw-Verkehr für höhere Umsätze bei den örtlichen Geschäften sorgt.
Verkehrsberuhigende Maßnahmen können gut im Rahmen eines Verkehrsversuches erprobt werden. Dabei lassen sich mit Hilfe von Erhebungen und Beobachtungen des Verkehrs mögliche Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Menschen vor Ort erfassen. Doch häufig werden Überlegungen zur Erprobung neuer Maßnahmen bereits im Keim erstickt. Ein bekanntes Argument ist dabei die Angst vor Verlagerungseffekten, die entstehen, wenn der Kraftverkehr alternativen Routen wählt. So wird befürchtet, dass sich vermehrt Staus und Probleme auf den Straßen im Umfeld der Verkehrsberuhigung bilden, weil die Nutzung einer bestimmten Wegstrecke nicht mehr möglich ist.
Dieser Befürchtung ist das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) auf den Grund gegangen, indem es Beispiele aus dem In- und Ausland gesammelt und unterschiedliche Wirkeffekte von verkehrsberuhigenden Maßnahmen miteinander verglichen hat – mit interessantem Ergebnis: Statt allgemeinem Chaos lässt sich eine Abnahme des Verkehrsaufkommens insgesamt beobachten. Dieses Phänomen der „traffic evaporation“, also „Verkehrsverpuffung“, entsteht durch ein verändertes Verkehrsverhalten der Menschen vor Ort, angestoßen von einer Neuregelung der Verkehrssituation. Denn: je attraktiver Wege und Orte gestaltet sind, desto häufiger werden diese zu Fuß oder mit dem Rad genutzt.
Hier gehts direkt zur Untersuchung: difu | Verkehrsberuhigung: Entlastung statt Kollaps!
Hier finden Sie die Pressemitteilung: difu | Verkehrsberuhigungsmaßnahmen sorgen für Entlastung statt Verkehrskollaps
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