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03.07.2018 | Aktuelles

Erste Ergebnisse der MiD 2017: Täglich 80.000-mal um die Erde - Deutsche unterwegs wie nie zuvor

Von Juni 2016 bis September 2017 wurden bundesweit etwa 155.000 Haushalte zu ihrer Mobilität befragt, so viele wie noch nie zuvor. Damit wird eine der wichtigsten Datengrundlagen für die Verkehrsplanung und für Entscheidungen der Verkehrspolitik auf allen politischen Ebenen – vom Bund bis zu den Kommunen – aktualisiert. Die Vorgängererhebungen fanden zuletzt 2002 und 2008 statt. Die MiD ist Grundlage dafür, Fuß- und Radwege, Straßen sowie den Bus- und Bahnverkehr bedarfsgerecht planen zu können und zielgenau zu investieren.

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Erste Ergebnisse der MiD 2017 liegen vor

Jeden Tag legen die Deutschen gut 3,2 Milliarden Kilometern zurück. Als Folge des Anstiegs der Bevölkerung und der Beschäftigung erreicht die Verkehrsnachfrage damit einen neuen Höchststand. Pro Person sind das täglich 39 Kilometer. Die ersten Ergebnisse der Mobilitätsstudie "Mobilität in Deutschland (MiD)" liegen jetzt vor und zeichnen ein vielschichtiges Bild, wie viel, warum und mit welchen Verkehrsmitteln die Deutschen unterwegs sind. An der Studie des Bundesverkehrsministeriums haben sich viele Länder, Kommunen und Verkehrsverbünde beteiligt, um die Ergebnisse regional zu vertiefen. Über ein Jahr verteilt berichteten Personen aus insgesamt mehr als 150.000 Haushalten über ihre Mobilität. Als weltweit größte empirische Untersuchung zur privaten Mobilität bietet sie eine hervorragende Grundlage für die Verkehrsplanung. Die Vorgängererhebung fand 2008 statt. Ein Kurzreport mit ersten Ergebnissen liegt jetzt vor, weiter differenzierte Ergebnisse werden nach Abschluss weiterer Analysen im Herbst veröffentlicht.

Stärkster Zuwachs im öffentlichen Verkehr

Das Auto bleibt mit drei Viertel der Personenkilometer das dominierende Verkehrsmittel. Vor allem die ältere Bevölkerung nutzt immer intensiver das Auto. Bei den Jüngeren und in den Städten sind die Vorzeichen umgekehrt. Daher verliert das Auto insgesamt Anteile an die anderen Verkehrsträger. Der größte Gewinner in der Kilometerbilanz ist der öffentliche Verkehr mit Bussen und Bahnen und damit die Umwelt, der Anteil steigt von 15% auf 19%.

Die Verkehrsplanung richtet den Blick oft auf die Wegehäufigkeit, sie ist Ausdruck für Mobilitätsanlässe. Nach Jahrzehnten gibt es erstmals einen beachtlichen Rückgang von 3,4 auf 3,1 Wege pro Person und Tag. Erste Ergebnisse wie z.B. niedrigere Mobilitätsquoten bei den Jüngeren sowie eine hohe Bedeutung von Onlinehandel und Homeoffice, bieten hierzu Erklärungsansätze. In das Bild passt auch der leichte Rückgang von Fußwegen. In der Wegebilanz angestiegen ist wiederum der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel auf jetzt 10%, das Fahrradfahren legt bundesweit leicht auf 11% zu. Das Auto wird für 57% der Wege genutzt.

In den Metropolen hingegen ist "mobil sein ohne Auto" mehr als ein Schlagwort; weniger als 40% der Wege werden mit dem Auto zurückgelegt, mehr als 20% mit dem öffentlichen Verkehr und das Fahrrad steigert seinen Anteil auf 15%. Hier werden auch neue Mobilitätsformen als Segmente statistisch erkennbar. Rund 14 Prozent aller Haushalte in den Metropolen haben sich für mindestens ein Carsharing-Angebot angemeldet und zeigen so ihre Bereitschaft, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Allerdings ist der absolute Beitrag der Carsharing-Flotte am Verkehr gegenwärtig auch hier noch sehr klein. In den Kleinstädten und Dörfern der ländlichen Regionen sind die Alternativen zum Auto nur selten eine Option; 70% der Wege werden mit dem Auto zurückgelegt.

Erstmals kommt in der Studie die neue regionalstatistischen Raumtypologie (RegioStaR) für die Mobilitäts- und Verkehrsforschung des BMVI zur Anwendung, mit der sich die sehr großen räumlichen Unterschiede in den Mobilitätsgewohnheiten sehr zielgenau unterscheiden lassen.

Jetzt liegen dem Bundesverkehrsministerium erste Ergebnisse der Studie in Form eines Kurzreports und erster Tabellen vor. Diese finden Sie hier zum Download.

Die Analysen der Auftragnehmer werden bis zum Herbst fortgeführt, um weitere Zusammenhänge zu untersuchen und die aufwändige datenschutzkonforme Aufbereitung aller erhobenen Geodaten aus der Wegeerfassung fertigzustellen. Dann werden folgende Produkte zur Verfügung stehen: Ergebnisbericht, Methodenbericht, Nutzerhandbuch, differenzierte Tabellenbände, ein interbasiertes Auswertetool und wirksam anonymisierte Datensätze.


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