30.04.2024 | Aktuelles
ÖPNV vs. MIV: Autokosten werden unterschätzt
Im Auftrag der KlimaAllianz Deutschland, dem AWO-Bundesverband und dem VCD hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft die individuellen und gesellschaftlichen Kosten des motorisierten Individualverkehrs (MIV) im Vergleich zum öffentlichen Verkehr (ÖV) in Deutschland verglichen.
In der Publikation „Einsparung gesellschaftlicher Kosten durch den öffentlichen Personennahverkehr“ wurden sowohl die internen Kosten für das Individuum als auch die externen Kosten für die Gesellschaft analysiert. Das Auto erweist sich für das Individuum oft als teurer als der öffentliche Verkehr – vor allem seit der Einführung des Deutschlandtickets. Die Gesamtkosten des Autos werden unterschätzt. Auch mit Blick auf die gesellschaftlichen Kosten ist der MIV deutlich teurer als der ÖV. Mit rund 104 Mrd. Euro ist er für rund 96 Prozent der externen Kosten des Verkehrs im Jahr 2019 verantwortlich.

Weniger als 50 Prozent dieser Kosten werden verursachergerecht angelastet. Eine Verlagerung des Verkehrs um 10 Prozent vom MIV zum ÖV würde die Externalitäten um rund 19 Mrd. Euro senken und zudem einen notwendigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten. Die Größenordnung dieser Verlagerung entspricht in etwa einer Verdopplung des ÖV und damit dem Ziel im aktuellen Koalitionsvertrag.
Voraussetzung dafür ist der Ausbau der Infrastruktur, der zusätzliche Investitionen erfordert. Die Verkehrsverlagerung bringt dabei auch Einsparpotenziale bei Infrastruktur- und externen Kosten mit sich, die einen großen Teil des zusätzlichen Finanzbedarfs für die Infrastruktur decken könnten.
Was wäre wenn... 10% MIV zum ÖPNV verlagert werden würden
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